Dienstag, 8. Mai 2012
Angst
Dienstag, 08. Mai 2012
Es ist mal wieder so weit. U.'s Depression schlägt wieder massiv zu. Anlass ist das Arbeitsklima, dass kontinuierlich schlechter wird. Seit einigen Jahren kommt nun noch dieser unnütze Zickenkrieg dazu.
Eigentlich dachte ich, dass wir über den Berg wären, seitdem D. größer ist und auch mal allein bleiben kann. So konnten wir wieder mehr zusammen unternehmen und U.'s Zustand verbesserte sich.
Doch jetzt soll U.'s Arbeitsstelle weiter aufgebläht werden, noch mehr unangenehme Arbeit, noch mehr Krieg. Es gibt eine alternative Stelle, in die sie ihre ganze Hoffnung legt. Doch wenn es nicht klappt?
Sie spricht wieder öfter von "Vor den Zug schmeißen".
Und ich? Ich bin rat- und machtlos. Und eine falsche Reaktion von mir macht es auch nicht besser.
Vor einiger Zeit habe ich hier darüber nachgedacht, ob Depression inzwischen als Krankheit anerkannt wird. Und ich? Erkenne ich sie an?
Nicht, dass ich U. nicht unterstützen würde, so gut ich kann. Zumindest bilde ich mir das ein. Aber ich ertappe mich selbst dabei, darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn U. sich tatsächlich das Leben nimmt. Und ich stelle fest, dass ich mir wünschte, sie hätte dann wenigstens eine "richtige" Krankheit. Ich kann auch nicht mit der Depression umgehen, bin unfähig, mit anderen darüber zu reden.
Ich hoffe, dass nichts passiert und alles wieder besser wird.
Eigentlich dachte ich, dass wir über den Berg wären, seitdem D. größer ist und auch mal allein bleiben kann. So konnten wir wieder mehr zusammen unternehmen und U.'s Zustand verbesserte sich.
Doch jetzt soll U.'s Arbeitsstelle weiter aufgebläht werden, noch mehr unangenehme Arbeit, noch mehr Krieg. Es gibt eine alternative Stelle, in die sie ihre ganze Hoffnung legt. Doch wenn es nicht klappt?
Sie spricht wieder öfter von "Vor den Zug schmeißen".
Und ich? Ich bin rat- und machtlos. Und eine falsche Reaktion von mir macht es auch nicht besser.
Vor einiger Zeit habe ich hier darüber nachgedacht, ob Depression inzwischen als Krankheit anerkannt wird. Und ich? Erkenne ich sie an?
Nicht, dass ich U. nicht unterstützen würde, so gut ich kann. Zumindest bilde ich mir das ein. Aber ich ertappe mich selbst dabei, darüber nachzudenken, was passieren würde, wenn U. sich tatsächlich das Leben nimmt. Und ich stelle fest, dass ich mir wünschte, sie hätte dann wenigstens eine "richtige" Krankheit. Ich kann auch nicht mit der Depression umgehen, bin unfähig, mit anderen darüber zu reden.
Ich hoffe, dass nichts passiert und alles wieder besser wird.
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Freitag, 16. März 2012
Sir John und Co.
Freitag, 16. März 2012
Die Geschichten-Serie Äffchens Weltreise ist zwar inzwischen nicht mehr aktuell, aber D. möchte immer wieder gerne Geschichten erzählt bekommen. Zur Zeit ist Sir John aktuell. Schon seit längerem.
Sir John ist Hobby-Detektiv in England. Er hat Partner in aller Welt und gemeinsam haben sie schon einige Fälle gelöst. Aus Belgien kommt Monsieur Aidon, der sehr viele Sprachen spricht und in Frankreich lebt. Dann ist da noch Senor Latino aus Kalifornien, Allround-Talent. Aus Fernost kommt Mikako-San, der sich sehr gut mit Technik auskennt. Aus Deutschland stammt der gewissenhafte Herr Heuforscher. Und aus Polen die einzige Frau im Bunde, Maria.
Die Freunde haben bereits die Insignien der Macht vor dem Zugriff eines korrupten Kardinals, der mit der italienischen Mafia im Bunde war, in Sicherheit gebracht. Sie lagern jetzt für alle Zeit sicher in einer verschlossenen Höhle auf der Insel Réunion. Durch drei gefälschte Sets der Insignien der Macht gelang es ihnen, sowohl den Kardinal und seine italienische Mafia, als auch die amerkanische Mafia durcheinander und auch noch gegeneinander aufzubringen. Im furiosen Finale wurden diese Bösen dann durch die chinesischen Triaden in Hongkong aufgemischt und durch die kommunistische Führung in Peking endgültig aus dem Verkehr gezogen.
Ein weiteres Abenteuer führte die Freunde nach Russland. Dort wurde der Sohn des Bankies Kaspersky von der russischen Mafia nach Sibieren entführt. Während der Verfolgung gelangten alle in die Fänge von Aliens, die in Sibirien ihr irdisches Basislager hatten. Nach einigem Trubel gelang es den Freunden, Kaspersky-Junior zurück nach Moskau zu seinem Vater zu bringen, während die Mafiosi durch die Außeriridischen in die Weiten des Alls verbracht wurden.
Vermutlich gibt's demnächst weitere Abenteuer.
Sir John ist Hobby-Detektiv in England. Er hat Partner in aller Welt und gemeinsam haben sie schon einige Fälle gelöst. Aus Belgien kommt Monsieur Aidon, der sehr viele Sprachen spricht und in Frankreich lebt. Dann ist da noch Senor Latino aus Kalifornien, Allround-Talent. Aus Fernost kommt Mikako-San, der sich sehr gut mit Technik auskennt. Aus Deutschland stammt der gewissenhafte Herr Heuforscher. Und aus Polen die einzige Frau im Bunde, Maria.
Die Freunde haben bereits die Insignien der Macht vor dem Zugriff eines korrupten Kardinals, der mit der italienischen Mafia im Bunde war, in Sicherheit gebracht. Sie lagern jetzt für alle Zeit sicher in einer verschlossenen Höhle auf der Insel Réunion. Durch drei gefälschte Sets der Insignien der Macht gelang es ihnen, sowohl den Kardinal und seine italienische Mafia, als auch die amerkanische Mafia durcheinander und auch noch gegeneinander aufzubringen. Im furiosen Finale wurden diese Bösen dann durch die chinesischen Triaden in Hongkong aufgemischt und durch die kommunistische Führung in Peking endgültig aus dem Verkehr gezogen.
Ein weiteres Abenteuer führte die Freunde nach Russland. Dort wurde der Sohn des Bankies Kaspersky von der russischen Mafia nach Sibieren entführt. Während der Verfolgung gelangten alle in die Fänge von Aliens, die in Sibirien ihr irdisches Basislager hatten. Nach einigem Trubel gelang es den Freunden, Kaspersky-Junior zurück nach Moskau zu seinem Vater zu bringen, während die Mafiosi durch die Außeriridischen in die Weiten des Alls verbracht wurden.
Vermutlich gibt's demnächst weitere Abenteuer.
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Mittwoch, 14. März 2012
Wie ich IM der Stasi wurde, Teil 3. Showdown
Mittwoch, 14. März 2012
Nachdem ich nun den Termin mit der Stasi an der Backe hatte, musste ich mich entscheiden, wie es weitergehen sollte. Eigentlich war es ja klar, dass ich "das Angebot", IM zu werden, ablehnen sollte. Was aber, wenn es gar nicht darum geht? Was, wenn die wirklich nur die Kirchenbrände aufklären wollten? Oder wenn es um irgendwas anderes geht? Ich grübelte und hoffte, dass das legendäre Treffen schnell vorbei geht.
An dem Tag, an dem das Treffen stattfinden sollte, war ich nachmittags wieder allein auf Arbeit. Seit dem Anruf hatte ich davor einen ziemlichen Bammel, denn ich fürchtete, weitere unangenehme Anrufe. Und prompt, déjà vu, klingelt das Telefon wieder wenige Minuten vor Feierabend. Ich überlegte kurz, ob ich überhaupt rangehen sollte. Was, wenn ich es nicht gehört hätte? Aber dann hob ich doch ab. Überrascht stellte ich fest, dass meine Mutter am Telefon war. Sie bat mich, ganz dringend, mal zu ihr auf Arbeit zu kommen. Ich sagte, dass sie doch wisse, dass ich zur Stasi müsse.
"Ja, ja, geht auch ganz schnell", ließ sie sich nicht abwimmeln. Also fuhr ich zu ihr auf Arbeit.
Dort angekommen ging es dann doch nicht schnell. Zuerst musste ich eine Weile warten, dann brachte sie mich zu ihrem Chef ins Zimmer. Der erklärte mir dann, dass ihm, als er noch ein junger Mann war, so wie ich, ganz ähnliches passierrt war. Er wurde von der Stasi als IM angeworben und musste einen Kollegen bespitzeln. Als ihm aufging, worauf er sich da eingelassen hatte, gab er nur noch unbrauchbare Berichte ab und irgendwann kam er aus der Rolle raus. Es war jedoch eine furchtbare Zeit und es hatte lange gebraucht, bis er dem Kollegen erzählt hatte, dass er ihn bespitzeln sollte. Ich solle mir das auf keinen Fall antun.
Diese Warnung dauerte etwa eine Stunde. Ich hetzte zum Treffpunkt auf den Parkplatz. Aber von den Stasi-Leuten war weit und breit keine Spur. Ich suchte alle Ecken des Parkplatzes ab, jedoch vergeblich. Ich hatte die Stasi versetzt.
"Ach Du Sch...", dachte ich. Was wird denn nun? Immerhin, ich bin auf diese Weise um das unangenehme Gespräch herumgekommen. Aber, war aufgeschoben gleich aufgehoben? Sicher nicht bei der Stasi.
Dementsprechend unsicher war ich in den nächsten Tagen. Wieder dauerte es eine zermübende Ewigkeit und es war die gleiche Situation. Kurz vor Feierabend, ich war wieder allein, klingelte das Telefon. Wo ich denn gewesen wäre?
"Es ist mir was dazwischen gekommen", stammelte ich, "und dann habe ich es nicht mehr geschafft. Sie haben wohl nicht auf mich gewartet, oder habe ich Sie übersehen?"
Und eine Eingebung sagte mir, Angriff ist die beste Verteidigung, also fügte ich hinzu:
"Aber zu den Kirchenbränden weiß ich nichts. Es ist also nicht nötig, dass wir uns treffen. Falls mir noch was einfällt, kann ich Sie ja anrufen, wie ist denn Ihre Telefonnummer?"
Ich hatte ihn jetzt tatsächlich verblüfft, er gab mir natürlich nicht seine Nummer sondern faselte etwas von "na gut, nicht so wichtig", legte auf und ich habe nie wieder was von den Leuten gehört.
Knapp 10 Jahre später erfuhr ich aus meiner Stasi-Akte, dass ich tatsächlich als IM Justus eingesetzt werden und einen stadtbekannten Bürgerrechtler, der in meiner Kirchgemeinde notgedrungen als Hausmeister arbeitete, bespitzeln sollte.
Empfohlen wurde ich der Stasi von einem Spitzel in der Kirchgemeinde und auch während der Armeezeit. Sie haben mich in den höchsten Tönen für diesen Zweck gelobt: "Der frankh ist ein ruhiger und zuverlässiger Genosse ...". Es folgten Protokolle des Anwerbeversuchs und schließlich, nachdem es scheiterte, war ich alles andere als zuverlässig.
Wer mich bespitzelte ging aus der Akte nicht hervor. Außer einigen unbedeutenden Daten, die jeder Hobbydetektiv über mich herausbekommen hätte, war nichts weiter in der Akte zu finden. Betroffen hat mich nur ein Brief von der Westverwandtschaft an meine Oma gemacht, der also nie angekommen ist.
An dem Tag, an dem das Treffen stattfinden sollte, war ich nachmittags wieder allein auf Arbeit. Seit dem Anruf hatte ich davor einen ziemlichen Bammel, denn ich fürchtete, weitere unangenehme Anrufe. Und prompt, déjà vu, klingelt das Telefon wieder wenige Minuten vor Feierabend. Ich überlegte kurz, ob ich überhaupt rangehen sollte. Was, wenn ich es nicht gehört hätte? Aber dann hob ich doch ab. Überrascht stellte ich fest, dass meine Mutter am Telefon war. Sie bat mich, ganz dringend, mal zu ihr auf Arbeit zu kommen. Ich sagte, dass sie doch wisse, dass ich zur Stasi müsse.
"Ja, ja, geht auch ganz schnell", ließ sie sich nicht abwimmeln. Also fuhr ich zu ihr auf Arbeit.
Dort angekommen ging es dann doch nicht schnell. Zuerst musste ich eine Weile warten, dann brachte sie mich zu ihrem Chef ins Zimmer. Der erklärte mir dann, dass ihm, als er noch ein junger Mann war, so wie ich, ganz ähnliches passierrt war. Er wurde von der Stasi als IM angeworben und musste einen Kollegen bespitzeln. Als ihm aufging, worauf er sich da eingelassen hatte, gab er nur noch unbrauchbare Berichte ab und irgendwann kam er aus der Rolle raus. Es war jedoch eine furchtbare Zeit und es hatte lange gebraucht, bis er dem Kollegen erzählt hatte, dass er ihn bespitzeln sollte. Ich solle mir das auf keinen Fall antun.
Diese Warnung dauerte etwa eine Stunde. Ich hetzte zum Treffpunkt auf den Parkplatz. Aber von den Stasi-Leuten war weit und breit keine Spur. Ich suchte alle Ecken des Parkplatzes ab, jedoch vergeblich. Ich hatte die Stasi versetzt.
"Ach Du Sch...", dachte ich. Was wird denn nun? Immerhin, ich bin auf diese Weise um das unangenehme Gespräch herumgekommen. Aber, war aufgeschoben gleich aufgehoben? Sicher nicht bei der Stasi.
Dementsprechend unsicher war ich in den nächsten Tagen. Wieder dauerte es eine zermübende Ewigkeit und es war die gleiche Situation. Kurz vor Feierabend, ich war wieder allein, klingelte das Telefon. Wo ich denn gewesen wäre?
"Es ist mir was dazwischen gekommen", stammelte ich, "und dann habe ich es nicht mehr geschafft. Sie haben wohl nicht auf mich gewartet, oder habe ich Sie übersehen?"
Und eine Eingebung sagte mir, Angriff ist die beste Verteidigung, also fügte ich hinzu:
"Aber zu den Kirchenbränden weiß ich nichts. Es ist also nicht nötig, dass wir uns treffen. Falls mir noch was einfällt, kann ich Sie ja anrufen, wie ist denn Ihre Telefonnummer?"
Ich hatte ihn jetzt tatsächlich verblüfft, er gab mir natürlich nicht seine Nummer sondern faselte etwas von "na gut, nicht so wichtig", legte auf und ich habe nie wieder was von den Leuten gehört.
Knapp 10 Jahre später erfuhr ich aus meiner Stasi-Akte, dass ich tatsächlich als IM Justus eingesetzt werden und einen stadtbekannten Bürgerrechtler, der in meiner Kirchgemeinde notgedrungen als Hausmeister arbeitete, bespitzeln sollte.
Empfohlen wurde ich der Stasi von einem Spitzel in der Kirchgemeinde und auch während der Armeezeit. Sie haben mich in den höchsten Tönen für diesen Zweck gelobt: "Der frankh ist ein ruhiger und zuverlässiger Genosse ...". Es folgten Protokolle des Anwerbeversuchs und schließlich, nachdem es scheiterte, war ich alles andere als zuverlässig.
Wer mich bespitzelte ging aus der Akte nicht hervor. Außer einigen unbedeutenden Daten, die jeder Hobbydetektiv über mich herausbekommen hätte, war nichts weiter in der Akte zu finden. Betroffen hat mich nur ein Brief von der Westverwandtschaft an meine Oma gemacht, der also nie angekommen ist.
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