Mittwoch, 21. Juni 2017
Sommerhitze
Im gut klimatisierten Büro schreibt es sich einfach. Dennoch muss ich sagen, dass ich diese große Hitze, die zur Zeit herrscht, mag. Aber nur die trockene Hitze. Wenn man vor die Tür geht, muss es so sein, als würde man die Heißluft eines überdimensionierten Föns abbekommen. Vierzig Grad im Schatten. Ich mag dieses flirrende Licht auf der Straße unter der gleißenden Sonne. Gerade gestern war ich mit dem Rad unterwegs und habe die Hitze genossen. Abartig? Es erinnert mich an Urlaub.
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Es ist aber auch so, dass ich dieses Wetter im Prinzip ganz gut vertrage, also wenn es so heiß ist, dass der Schweiß schon beim Entstehen verdampft. Dann geht es mir gut, es herrscht meine Betriebstemperatur. Ich halte dann gut durch, bin fit, wenn andere schon lange nicht mehr können.

Aber natürlich gibt es da auch die Schattenseiten. Lustig, dieses Wort in diesem Zusammenhang. Vom Hauttyp vertrage ich das UV-Licht überhaupt nicht, außerdem habe ich seit einiger Zeit noch eine Hautkrankheit, die das auch nicht mag. Und auch mir fällt es schwer, bei sommerlichen Temperaturen nachts zu schlafen, auch wenn ich offenbar mit viel weniger Schlaf auskomme, als im Winter.

Man soll ja nicht immer nur jammern. Deshalb will ich jetzt einfach mal feststellen, dass es wohl gut ist, so wie es ist. Ab und zu mal Hitze, die ich nach eigener Aussage mag, aber vermutlich nur, wenn ich ihr nicht ewig ausgesetzt bin. Ansonsten ist es doch gut, dass wir abwechslungsreiches Wetter haben. Immer Stoff zum Erzählen und der Natur tut's auch gut.

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Mittwoch, 10. Mai 2017
Müde
Es kommt ja immer wieder vor, dass sich Eheleute nach langer Zeit scheiden lassen. Gerade dann, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Man denkt, wieso gerade jetzt, jetzt geht doch das Leben erst los? Es heißt dann oft, dass sie sich auseinandergelebt haben.

In letzter Zeit sehe ich solche Sachen in einem anderen Licht. Es gibt ja in jeder Partnerschaft auch mal Probleme. Auch in meiner. Schon neulich, als wir wieder mal unterschiedlicher Meinung waren, fragte ich mich innerlich, warum tue ich mir das eigentlich an? Was wäre eigentlich, wenn ich tot wäre? Dann hätte ich meine Ruhe.

Gestern war meine Frau wieder mal sauer auf mich. Aus meiner Sicht wegen einer Kleinigkeit. Sie strafte mich, indem sie sich in sich zurückzog. Meine Versuche, ein klärendes Gespräch zu führen, mich zu versöhnen, gingen ins Leere.

Solche Situationen gab es früher auch schon. Da war ich vielleicht hartnäckiger. Doch ich bin müde, habe keine Lust mehr, in endlosen Versuchen das Gespräch zu suchen, zu warten, bis sie bereit ist, zaghaft und dann immer heftiger eine Auseinandersetzung zu führen.

Ich liebe meine Frau und deshalb hoffe ich, dass mir diese Beziehung nicht irgendwann zu anstrengend wird. Das ich doch immer wieder die Kraft zur Versöhnung finde und nicht depressiv werde. Zur Zeit bin ich einfach nur traurig und müde.

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Donnerstag, 2. März 2017
Unmännlich
Die Idee ist mir beim Lesen eines Beitrags von Anna, der Städterin, gekommen. Sie beschreibt ihre Erfahrungen mit Meditation und wollte gleich wohlmeinende Kommentare à la "Omm" und Yoga unterbinden, indem sie darum bat, dass nur mitreden soll, wer auch mitreden kann. Also auch eigene Erfahrungen hat.

Ich habe mitgeredet, obwohl ich bezüglich der Meditation eher zu den Einschläfern gehören würde, vermute ich mal. Aber ich habe natürlich den Hinweis respektiert und meinen Senf nur zu einem Punkt dazu gegeben, wo ich tatsächlich auch was sagen kann. Nämlich Yoga. Ja, ich habe es probiert. Und ja, es hat mir sogar gut getan. Und, durch diesen Ausflug in die Yogawelt kann ich jetzt einen Teil meiner "normalen" Übungen im Fitness-Studio, wie ich glaube, besser absolvieren, da mir bestimmte Bewegungsabläufe geläufiger sind.

Und beim Grübeln über diese Dinge fiel mir auf, wie gut es doch ist, dass ich nicht mehr zwanzig bin und es mir erlauben kann, auch unmännliche Dinge, wie Yoga, zu tun. Das ist nämlich nicht das einzige. Ich mache auch andere unmännliche Dinge. Ok, es gibt Hausarbeiten, die behält sich meine Frau vor, wie waschen und bügeln und ich mache ihr dieses Hoheitsgebiet auch nicht streitig. Da sehen wir Männer ein, dass das nicht unsere Kernkompetenzen sind und halten uns vorsichtig zurück. Und die Nachbarn würden auch dumm reden, wenn ich die Wäsche aufhängen würde. Und ich würde sie auch falsch aufhängen.

Doch zurück zum Sport. Nach meinen Übungen im Fitness-Studio plane ich z.B. noch einige Zeit für Dehnübungen ein. Ich merke, dass mir das auch gut tut und ich dadurch wesentlich gelenkiger werde. Jedenfalls für meine Verhältnisse.

Die meisten Männer mögen das nicht. Sie mögen auch nicht tanzen. Und wenn sie doch tanzen, dann so wie es die Art der Männer ist. Wie auch beim Kochen, Bügeln, Waschen, etc. Es muss perfekt, professionell sein. Einfach nur so geht nicht. Bei den meisten jedenfalls. Ich gehe mit meiner Frau schon seit Jahren tanzen und muss sagen, dass das wirklich Sport ist. Und es macht Spaß und ist gesellig.

Aber ich höre jetzt auch schon auf, mit dem weibischen Geschwätz. Und Yoga, das wird doch nicht meins. Ich bin dafür nicht gelenkig genug und will es auch nicht werden.

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